Fritz Jacobi


Ganz und gar unter dem dämonischen Einflüsse Hamanns stand Goethes Freund Fritz Jacobi, als er — Jacobi bekämpfte Kant sonst harmlos vom Standpunkte eines religiösen Gemüts — in "Allwills Briefsammlung" die erstaunlichen Worte niederschrieb, die eine Sprachkritik ausdrücklich als eine Fortsetzung von Kant verlangen, und die ich darum auch als ein Motto diesem Werke vorausstellen durfte:

"Werde ich es sagen, endlich laut sagen dürfen, daß sich mir die Geschichte der Philosophie je länger desto mehr als ein Drama entwickelte, worin Vernunft und Sprache die Menächmen spielen? . . .

"Dieses sonderbare Drama, hat es eine Katastrophe, einen Ausgang; oder reihen sich nur immer neue Episoden an?

"Ein Mann (Kant), den nun alles, was Augen hat, groß nennt, und der in seiner Größe fünfundzwanzig Jahre früher schon dastand, aber in einem Tale, wo die Menge über ihn wegsah, nach Höhen und geschmückten Bühnen — dieser Mann schien den Gang der Verwicklungen dieses Stücks erforscht zu haben und ihm ein Ende abzusehen. Mehrere behaupten, es sei nun dies Ende schon gefunden und bekannt. Vielleicht mit Recht . . . Und es fehlte nur noch an einer Kritik der Sprache, die eine Metakritik der Vernunft sein würde, um uns alle über Metaphysik eines Sinnes werden zu lassen."


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