In der Kahlbaum-Diele


In der Nacht, wenns uns Vergnügen macht,

und wenn der Mond, der alte Bummler, runterlacht,

ziehn wir los mit einer Menge Moos

und wissen ganz genau, die Stimmung wird famos.

In der Nacht, wenn jede Jazzband kracht,

und wenn die heiße Liebe brennt, die wir entfacht.

Na gehn wir mal mit mächtigem Skandal

von einem in das andre Nachtlokal.

 

In der Kahlbaum-Diele hab ich sie gefragt,

ob ich ihr gefiele, hat sie Nein gesagt.

Doch ich wußt gleich weiter und gab ihr zwei Drinks

mit 'nem kleinen Hm-ta-ta, Hm-ta-ta, Hm-ta-ta,

und da sagte sie gleich Ja, und wupp – dann gings.

 

In Berlin, wo nachts die Autos ziehn,

da blühen überall Vergnügungsindustrien.

Der Asphalt von unsern Schritten hallt,

wir sind noch jung, wir sind noch jung und noch nicht alt!

Denn Berlin, das ist nicht zu erziehn,

da hörst du jede Nacht die neuen Melodien.

Na gehn wir mal mit mächtigem Skandal

von einem in das andre Nachtlokal.

 

In der Kahlbaum-Diele hab ich sie gefragt,

ob ich ihr gefiele, hat sie Nein gesagt.

Doch ich wußt gleich weiter und gab ihr zwei Drinks

mit 'nem kleinen Hm-ta-ta, Hm-ta-ta, Hm-ta-ta,

und da sagte sie gleich Ja, und wupp – dann gings.

 

 

Theobald Tiger

Drei-Masken-Verlag, Berlin 1922.





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Seite zuletzt aktualisiert: 16.05.2010 
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