Radix Cardopatii. Eberwurz

Radix Cardopatii (von Carlina acaulis L.), Eberwurz. Diese, von den Alten sehr geschätzte Wurzel hat Burdach (l. c. Thl. II. p. 502) zu den obsoleten Heilmitteln gerechnet. Dies ist sie aber keineswegs. Sowohl die frische, In der Schweiz und dem Schwarzwalde wild wachsende, als die gut getrocknete Wurzel, deutet schon durch ihren starken Geruch, noch mehr durch ihren angenehmen, etwas scharfen Geschmack auf ihre heilkräftigen Wirkungen. Der Mythos erzählt, dass diese Wurzel Karl dem Grossen durch einen Engel gezeigt worden, damit er seine Armee habe von der Pest befreien können. "Sowohl das stark riechende Kraut, als die Wurzel, sind beide vortrefflich wider alle giftige und pestilenzialische Krankheiten, erwecken Schweiß, treiben den Urin und die Menses, töten auch die Würmer, stärken den Magen, vertreiben die Blähungen" (Woyt l. c. p. 166). Es verdient dieses Mittel, welches mit der Angelika- und Meisterwurzel in seinen Wirkungen wohl am meisten übereinstimmt, von den Ärzten aufs Neue geprüft und der Vergessenheit entrissen zu werden. — Staricius und Paracelsus schreiben der Eberwurz sogar eine magische Kraft zu, so dass sie, Menschen oder Tieren umgehangen, diesen Kräfte gäbe, welche anderen lebenden Wesen der nächsten Umgebung entzogen würden (!).


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