Leibniz - Principia


[A 12] Am Ende der Sammlung von Leibnizschen Schriften, die Herr Raspe in Hannover besorgt hat, steht eine Abhandlung unsers großen Weltweisen von der Characteristica universali, wo verschiedene schöne Sachen von ihm selbst vorkommen. Er sagt unter anderem, er habe in allen Wissenschaften, die er gelernet hätte, gleich erfinden wollen, auch wenn er öfters mannigmal die principia noch nicht inne gehabt hätte, dieses habe ihn endlich bewogen, auf die ersten Grundstriche der Wissenschaften zurückzugehen und daher sich aus allen Fällen durch eigene Regeln herauszuhelfen. Bei dieser Gelegenheit, fährt er fort, Incidi in contemplationem admirandam, quod scilicet excogitari possit quoddam Alphabetum cogitationum humanarum, et quoad litterarum hujus alphabeti combinatione et vocabulorum ex ipsis factorum analalysi omnia inveniri et dijudicari possent. Eine Art, wie dieses zu bewerkstelligen sei, sagt er, habe er schon, nur fehle es ihm noch an geschickten Zeichen. Es ist dieses diejenige Wissenschaft, wovon ein undeutliches Gefühl die Menschen auf die Kabbala gebracht hat, welches aber lauter elende Irrwege waren. Jacobus Bohemus hat unter seiner Natursprache vielleicht etwas ähnliches verstanden. Niemand, sagt Leibniz, würde mehr hierin haben leisten können, als Joachim Jung aus Lübeck, ein großes und tiefsinniges Genie, das aber wenig bekannt geworden ist. Dabei äußert er einige sehr artige Gedanken: er sagt numerus est quasi figura metaphysica, et arithmetica statica universi, qua rerum potentiae explorantur.

 


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