Nacht


1

 

Die Vöglein, die so fröhlich sangen,

Der Blumen bunte Pracht,

's ist alles unter nun gegangen,

Nur das Verlangen

Der Liebe wacht.

 

2

 

Tritt nicht hinaus jetzt vor die Tür,

Die Nacht hat eignen Sang,

Das Waldhorn ruft, als rief's nach dir,

Betrüglich ist der irre Klang,

Endlos der Wälder Labyrinth -

Behüt dich Gott, du schönes Kind!

 

3

 

Überm Lande die Sterne

Machen die Runde bei Nacht,

Mein Schatz ist in der Ferne,

Liegt am Feuer auf der Wacht.

 

Übers Feld bellen Hunde;

Wenn der Mondschein erblich,

Rauscht der Wald auf im Grunde:

Reiter, jetzt hüte dich!

 

4

 

Hörst du die Gründe rufen

In Träumen halb verwacht?

Oh, von des Schlosses Stufen

Steig nieder in die Nacht! -

 

Die Nachtigallen schlagen,

Der Garten rauschet sacht

Es will dir Wunder sagen

Die wunderbare Nacht.


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Seite zuletzt aktualisiert: 06.08.2005 
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