Der Maler


Aus Wolken, eh im nächt'gen Land

Erwacht die Kreaturen,

Langt Gottes Hand,

Zieht durch die stillen Fluren

Gewaltig die Konturen,

Strom, Wald und Felsenwand.

 

Wach auf, wach auf! die Lerche ruft,

Aurora taucht die Strahlen

Verträumt in Duft,

Beginnt auf Berg und Talen

Ringsum ein himmlisch Malen

In Meer und Land und Luft.

 

Und durch die Stille, lichtgeschmückt,

Aus wunderbaren Locken

Ein Engel blickt. -

Da rauscht der Wald erschrocken,

Da gehn die Morgenglocken,

Die Gipfel stehn verzückt.

 

O lichte Augen, ernst und mild,

Ich kann nicht von euch lassen!

Bald wieder wild

Stürmt's her von Sorg und Hassen -

Durch die verworrnen Gassen

Führ mich, mein göttlich Bild!


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Seite zuletzt aktualisiert: 05.08.2005 
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