Fritz Mauthner

-

Beiträge zu einer

Kritik der Sprache

 

Wesen der Sprache

 

ERSTER BAND

ZUR SPRACHE UND PSYCHOLOGIE

 

(1906)

 



So schwer fällt es, den verschiedenen Sinn und die Uuvollkommenheiten der Worte darzulegen, wenn es nur mit Worten geschehen kann.

Locke III, 6, § 19.

 

Homo non intelligendo fit omnia.

Vico, Nuova scienza II, Kap. 7.

 

Verstehst du nun mein Sprachprinzipium der Vernunft, und daß ich mit Luther die ganze Philosophie zu einer Grammatik mache ?

Hamann an Jacobi.

 

Werde ich es sagen, endlich laut sagen dürfen, daß sich mir die Geschichte der Philosophie, je länger desto mehr als ein Drama entwickelte, worin Vernunft und Sprache die Menächmen spielen?

Dieses sonderbare Drama, hat es eine Katastrophe, einen Ausgang; oder reihen sich nur immer neue Episoden an?

Ein Mann (Kant), den nun alles, was Augen hat, groß nennt, und der in seiner Größe fünfundzwanzig Jahre früher schon da stand, aber in einem Tale, wo die Menge über ihn weg sah, nach Höhen und geschmückten Bühnen — dieser Mann schien den Gang der Verwicklungen dieses Stücks erforscht zu haben, und ihm ein Ende abzusehen. Mehrere behaupten, es sei nun dies Ende schon gefunden und bekannt. Vielleicht mit Recht . . . Und es fehlte nur noch an einer Kritik der Sprache, die eine Metakritik der Vernunft sein würde, um uns alle über Metaphysik eines Sinnes werden zu lassen.

F. Jacobi, Allwills Briefsammlung 316.

 

L'idée vient en parlant.

H. v. Kleist.


 © textlog.de 2004 • 28.09.2016 02:00:56 •
Seite zuletzt aktualisiert: 30.06.2005 
bibliothek
text
  Home  Impressum  Copyright