René Benjamin, ›Clemenceau dans la retraite‹


Von der Seele des Franzosen ... nein, von der Seele Clemenceaus sagt aus: René Benjamin ›Clemenceau dans la retraite‹ (Paris, Librairie Plon). Also etwa ›Clemenceau a. D.‹. Ich bin nicht recht kompetent für diesen Mann, ich mag ihn nicht. Die Deutschen mögen ihn auch nicht ... »Der Philister«, steht bei Hebbel, »hat manchmal recht, aber nie in den Gründen.« Bei Rowohlt sind über Clemenceau zwei Bücher von Martet herausgekommen, aus denen man manches über ihn erfährt. Benjamin ist breiter, epischer, er gibt dabei mehr Empfindung und weniger Material. Der scharfe ätzende Witz Clemenceaus ist auch hier an vielen Stellen spürbar. Unermüdlich sind die Pfaffen am Werk gewesen, den Alten noch vor seinem Tode herumzukriegen. »Und wenn ich nun«, rief einer von ihnen aus, »mich auf die Steine Ihrer Türschwelle hinkniete, was täten Sie dann –?« – »Ich brächte Ihnen einen Strohsack, mon père!« sagt der Vater des Sieges, Oder an einer Bahnsperre: »Lassen Sie die Herren nur durch! Der ist Senator, der ist Abgeordneter, und der da stiehlt.« Stiehlt auch ... hat er nicht gesagt.





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Seite zuletzt aktualisiert: 16.05.2010 
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