Lion Feuchtwanger, ›Pep‹


›Pep‹ ist kein Verdauungsmittel, sondern ein sehr lustiger Gedichtband Lion Feuchtwangers (dessen Werke ein besonders tüchtiger Verleger am Ende noch aus dem Englischen aufkaufen wird). Das Bändchen ist bei Gustav Kiepenheuer erschienen – und ich habe sehr gelacht. Vor allem ist die Form außerordentlich gut gegossen; die langen Zeilen, die im Deutschen sehr schwer zu meistern sind, sind gut geformt, wie immer bei Feuchtwanger: saubere Arbeit. Thema: das Erstaunen des Amerikaners, dass da noch etwas andres sein müsse, außer den Dollars. Die, I beg your pardon, Seele. Die Lieder, von denen ich ums Vergehen gern wissen möchte, was wohl ein Amerikaner von ihnen dächte, sind von Jaap Kool unter Musik gesetzt. Leider ist die Ausgabe auch bebildert – das ist schief gegangen: falsch primitiv, falscher Klamauk, ich werde es in fließendem Englisch sagen: No good. Wenn das Buch einen Fehler hat, kaum zu schmecken, so sagt es eine faksimiliert wiedergegebene Zeile besser als alles andre: »Er schwitzte stark in jenen Nächten und brauchte sich wenig mit ›Hallo, dein Gewicht!‹ zu beschäftigen ... « Aber als europäische Beurteilung Amerikas, die mir sonst fast überall zu milde, zu wenig selbstbewußt erscheint, ist das eine gute und lustige Sache.





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Seite zuletzt aktualisiert: 16.05.2010 
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