Goetz Otto Stoff,
›Aufstand, Querschnitt durch den revolutionären Nationalismus‹


Das nächste Mal wird gut vorbereitet, aber nicht so sehr von links, wie man dem Ausland gern glauben machen möchte, sondern durchaus und durchum von rechts her. ›Aufstand, Querschnitt durch den revolutionären Nationalismus‹. Herausgegeben von Goetz Otto Stoff regen. (Erschienen im Brunnen-Verlag Willi Bischoff in Berlin.) Erschienen und sogleich beschlagnahmt; wegen darin enthaltener Angriffe gegen die Justiz. Ich habe schon mal bösere Angriffe gelesen.

Eigentlich ist es nicht ritterlich, mit Gegnern zu polemisieren, die mundtot gemacht sind, wenigstens für diesen einzelnen Fall mundtot. Doch haben diese Jungen auf Ritterlichkeit keinen Anspruch – sie sinds ja auch nicht. Gegen solche Knaben kämpfe man mit der Holzkelle, nicht mit dem Florett.

Wir sind einer Fahne geboren,

Die fern wo im Walde schlägt.

Haben Sie schon mal eine Fahne schlagen hören? Davor und dahinter völkische Theorie, und die lohnt anzusehn.

»Aufgabe der deutschen Nation in staatlicher Hinsicht ist es, den Raum zwischen Flandern und Burgund, Siebenbürgen und Dorpat zu gestalten und zu sichern und die ost- und südosteuropäischen Gebiete mit ihren« – hör zu! – »mit ihren zur Nationbildung ungeeigneten Völkern unter Wahrung des völkischen Eigendaseins ihrer Volkstümer dem politischen und wirtschaftlichen deutschen Machtbereich einzuordnen ... Aufgabe des Reiches aber ist es, den Trägern der an keine Nation, kein Volk und keine Rasse gebundenen Deutschheit die Herrschaft zu übertragen, um das Erdreich Gottes zu gestalten.« Genau so dumm sagts die ›Tat‹ auch, nur mit ein bißchen andern Worten. Nun denke man sich einen völkischen Helden, der zufällig das Unglück hat, in der Tschechei geboren zu sein – dann gilt die ganze Volkheit nicht, denn sein Volk ist zur Bildung einer Nation nicht geeignet. Und das entscheiden jene mit ihrem schmutzigen Hals. Feine Leute. Schießen zum Beispiel die belgischen Einwohner auf die Deutschen, so gehören sie an die Wand. Umgekehrt aber: »Der insurrektive Krieg ist die Grundlage einer Landesverteidigung, die den Einbruch des Feindes an der Grenze nicht sofort abfangen kann, sondern den eingedrungenen Heersäulen mit jedem Kilometer und von allen Seiten wachsende Gegenwehr entgegenstellen kann, so dass diese revolutionäre Landesverteidigung ... « Und wundern sich, dass das Ausland ihr Vokabular nicht adoptiert, sondern das, was die Herren treiben und treiben wollen und treiben können, ganz anders benennt.





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Seite zuletzt aktualisiert: 16.05.2010 
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