General Crozier, »Im Sturm ums Niemandsland«


Drei Kriegsbücher, ein ganzes und zwei halbe.

Das ganze heißt »Im Sturm ums Niemandsland« von dem irischen General Crozier (erschienen bei Paul Zsolnay in Wien). Bereute Roheit, oder: Nächstes Mal machen wir es grade so.

Der Herr General macht sich und uns wenigstens nichts vor. »Auf dem Grunde liegen die zwei toten Deutschen im Stahlhelm, noch immer unbegraben, während zehn Yard entfernt in einem saubern Grab mit grobem Kreuz und frischer Inschrift die menschlichen Überreste des letzten britischen Soldaten der 119. Infanteriebrigade ruhen, der ›im Kriege gefallen ist, den Krieg zu enden‹. Wir lesen die Inschrift: Er starb für sein Vaterland. ›Was soll mit den zwei Kerlen in dem Loch da geschehn?‹ fragt Andrews leichthin, ›ich nehme an, sie starben auch für ihr Vaterland.‹ – ›Das schon‹, antworte ich, ›aber unglücklicherweise auf der falschen Seite.‹« Das ist Europa, und wir haben dem nichts hinzuzufügen.

Höchstens, dass die britische Nation ihren frühem Welterfolg einem schrankenlosen Nationalismus verdankt, der besonders peinlich schmeckt.

Das Buch hat alle kriegerischen Eigenschaften: es ist stellenweise hochmütig, ungebildet und im Grunde ein bißchen dumm. Wo der Verfasser Ironie gibt, fühlt er das nicht einmal. Wenn er Douglas Haig beschreibt, wie er vorbeireitet, »aufrecht auf seinem Offizierspferd, einen Stahlhelm und eine Gasmaske zur Vorsicht mit sich führend«, weil man ja nie wissen kann ... so ahnt er nicht, dass er hier die Karikatur dieser sogenannten Generale aufgemalt hat. Übrigens ist das Buch schlecht übersetzt.





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Seite zuletzt aktualisiert: 16.05.2010 
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