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Sigmund Freud
(1856-1939)


Freud, Sigmund, geb. 1856, Prof. der Nervenheilkunde in Wien, Herausgeber der »Schriften zur angewandten Seelenkunde«, [gest. 23. September 1939 in London)].

Unter Psychoanalyse versteht Freud die Aufdeckung des »Verborgenen, Vergessenen, Verdrängten im Seelenleben«. In seinen »psychoanalytischen« Untersuchungen betont Freud den Anteil des Sexuellen am Seelenleben, ferner die Rolle des Unbewußten. Triebe, die nicht befriedigt werden und nicht »abreagiert« sind, drängen nach Erfüllung, nehmen dabei oft eine andere Richtung (»symbolische« Befriedigung). Der Traum ist wesentlich »Wunscherfüllung«. Ein nicht zur Erledigung gelangter »Tagesrest«, ein »latenter Traumgedanke«, der während des Tages aufgebaut, aber nicht zur Erledigung gelangt ist, wird durch die Traumarbeit in einen Traum verwandelt. »Der uns den Traumgedanken hervorgehende Wunsch bildet die Vorstufe und später den Kern des Traumes.« Der »manifeste« Traum ist nach Freud eine »verkappte Erfüllung verdrängter Wünsche«, eine Entstellung der »latenten Traumgedanken«. Der Witz beruht auf unbewußt hergestellten Vorstellungsverbindungen.

 

Schriften: Der Witz und seine Beziehungen zum Unbewußten, 1905. – Die Traumdeutung, 1900; 2. A. 1909. – Studien über Hysterie (mit J. Breuer), 1895; 2. A. 1909. – Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie, 1906; 2. A. 1910. Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre, 1910. – Zur Psychopathologie des Alltagslebens, 3. A. 1910. – Über Psychoanalyse, 1910, u. a.


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(Aus: Rudolf Eisler (1876-1927): Philosophen-Lexikon. Leben, Werke und Lehren der Denker, 1912)


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Seite zuletzt aktualisiert: 21.01.2010