Ameisenkur

Ameisenkur. Gegen Lähmungen der Glieder ist in Russland folgende Kurmethode sehr wirksam gefunden. Man macht sich einen länglichen Beutel, worin das Glied gesteckt wird, der aber so weit ist, dass noch für die Ameisen von einem großen Ameisenhaufen Platz darin ist. Man nimmt zu diesem Zwecke die großen roten Waldameisen (Formica rufa Linn.), die man lebendig in den Beutel schüttet, den kranken Teil hineinsteckt und in demselben fest zubindet. Das Glied bleibt darin zwei bis drei Tage. Die Wirkungen sind: heftiges Jucken, Brennen, elektrisches Jucken im leidenden Teile, allgemeiner Schweiß. Den dritten oder vierten Tag ruht der Kranke auf 24 Stunden aus; dann werden wieder auf zwei bis drei Tage frische Ameisen appliziert. Das Ameisenbad ist ein bekanntes, wirksames Hausmittel gegen chronische Gicht und Gelenksteifheit. Man quetscht vier Pfund von den großen Waldameisen samt den Eiern in einem leinenen Beutel, gießt darauf siedendes Wasser und mischt die durchgeseihte Flüssigkeit zum Bad, das zwanzig bis dreißig Grad Reaumür heiß sein und worin der Kranke tüchtig schwitzen muss. Auch ist ein Stück Leinewand, welches die Nacht über in einem Ameisenhaufen gelegen hat, sehr wirksam gegen Gliedergicht, wenn man den leidenden Teil damit umwickelt. (Osiander a. a. O. Seite 632.)


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