Präsens


Nur das eigentliche Perfektum läßt sich nicht durch das Präsens ausdrücken, weil es eben ohnehin ein Präsens ist nebst einem adjektivisch gewordenen Verbum.

So lassen sich sämtliche 9 Zeitverhältnisse durch das einzige Präsens ausdrücken, und die Unbestimmtheit seines Sinns ist nicht größer als bei der Verwendung unserer 6 Formen. Denn — ich muß es immer wiederholen — die Bestimmtheit der durch die Sprache im Zuhörer erweckten Vorstellungen rührt nicht etwa von den Vorzügen der Sprache her, sondern einzig und allein von der größeren oder geringeren Bestimmtheit in den Vorstellungen des Zuhörers, an die er durch die Lautzeichen des Sprechenden erinnert wird. Die begleitenden Umstände in seiner Erinnerung oder in der Anschauung lassen den Zuhörer ungefähr das Verhältnis der Zeiten herausfinden: ob er durch eine einzige Verbalform oder durch ein halbes Dutzend ungenau orientiert wird, ist für den lebendigen Verkehr der Menschen fast gleichgültig.



Quelle: www.textlog.de

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Seite zuletzt aktualisiert: 19.04.2006 
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