§ 57. Aufklärung der Parallelität innerpsychischer und egologisch-transzendentaler Auslegung


Nicht schwer aufzuklären ist von hier aus die notwendige Parallelität innerseelischer und egologisch-transzendentaler Auslegungen oder die Tatsache, daß die reine Seele, wie schon früher gesagt, eine in der Monade sich vollziehende Selbstobjektivierung derselben ist, deren verschiedene Stufen Wesensnotwendigkeiten sind, wenn überhaupt für die Monade Andere sollen sein können.

Damit hängt zusammen, daß a priori jede transzendental-phänomenologische Analyse und Theorie — auch die soeben in Grundzügen entworfene Theorie der transzendentalen Konstitution einer objektiven Welt — durch Aufgeben der transzendentalen Einstellung auch auf dem natürlichen Boden vollzogen werden kann. In diese transzendentale Naivität versetzt, wird sie zu einer innenpsychologischen Theorie. Eidetisch und empirisch entspricht einer reinen Psychologie, d. i. einer ausschließlich das intentionale Eigenwesen einer Seele, eines konkreten Menschen-Ich auslegenden — eine transzendentale Phänomenologie, und umgekehrt. Das aber ist eine transzendental einsichtig zu machende Sachlage.


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