Karl I.


Im Wald, in der Köhlerhütte, sitzt

Trübsinnig allein der König;

Er sitzt an der Wiege des Köhlerkinds

Und wiegt und singt eintönig:

 

»Eiapopeia, was raschelt im Stroh?

Es blöken im Stalle die Schafe -

Du trägst das Zeichen an der Stirn

Und lächelst so furchtbar im Schlafe.

 

Eiapopeia, das Kätzchen ist tot -

Du trägst auf der Stirne das Zeichen -

Du wirst ein Mann und schwingst das Beil,

Schon zittern im Walde die Eichen.

 

Der alte Köhlerglaube verschwand,

Es glauben die Köhlerkinder -

Eiapopeia - nicht mehr an Gott,

Und an den König noch minder.

 

Das Kätzchen ist tot, die Mäuschen sind froh -

Wir müssen zuschanden werden -

Eiapopeia - im Himmel der Gott

Und ich, der König auf Erden.

 

Mein Mut erlischt, mein Herz ist krank,

Und täglich wird es kränker -

Eiapopeia - du Köhlerkind,

Ich weiß es, du bist mein Henker.

 

Mein Todesgesang ist dein Wiegenlied -

Eiapopeia - die greisen

Haarlocken schneidest du ab zuvor -

Im Nacken klirrt mir das Eisen.

 

Eiapopeia, was raschelt im Stroh?

Du hast das Reich erworben,

Und schlägst mir das Haupt vom Rumpf herab -

Das Kätzchen ist gestorben.

 

Eiapopeia, was raschelt im Stroh?

Es blöken im Stalle die Schafe.

Das Kätzchen ist tot die Mäuschen sind froh -

Schlafe, mein Henkerchen, schlafe!«


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Seite zuletzt aktualisiert: 19.09.2005 
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