Wo ward ein Traum zur Welt geboren


Wo ward ein Traum zur Welt geboren,

Wie du verkörpert mir erschienst;

Wo gab, in solchen Reiz verloren,

Ein Herz sich in des andern Dienst!

 

So elfenhaft, so süß gegliedert

Ward noch kein irdisch Weib geschaut;

Mit solcher Stimme Klang erwidert

Hat nimmer eine Erdenbraut.

 

Und doch - an meinem Herzen hielt ich

Die Rose dieses Angesichts;

In meinem Arm gefangen fühlt ich

Dies Schwesterkind des Mondenlichts.

 

Wohl warnt mein Herz, es kann nicht dauern,

Dies Sternenglück, das dich gebracht;

Vergehen wird's in Morgenschauern

Wie Blumenduft der Sommernacht.

 

Und schlug die Stunde, wo auf Erden

Dein holdes Bildnis sich verlor,

Dann wird es niemals wieder werden,

So wie es niemals war zuvor.


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Seite zuletzt aktualisiert: 11.09.2005 
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