In das Stammbuch Ferdinand Röses


Doch sieh, in nahen und in fernen Zeiten,

Viel schöne Bilder tauchen wechselnd auf.

Doch wie auch manche schon mein Herz erfüllten,

Sie kamen schnell und schwanden bald darauf.

Rasch flieht die Gunst der lustverträumten Stunden;

Mein Ideal ist nicht so leicht gefunden.

 

Doch wenn ich nun dies hohe Bild gefunden,

Das ich so oft im Traume schon geschaut,

Wenn ich die Wirklichkeit in festen Armen halte

Und ganz mein eigen ist die süße Braut,

Dann mag wohl froher meine Weise klingen,

Wenn Flur und Wald nur Glück und Liebe singen.

 

Jetzt reißt die Zeit dein freundlich Bild vorüber,

Das, schnell erkannt, nicht lange mich erfreut.

Du kennst mein Leid, mein Hoffen und mein Lieben,

Uns trennt das Leben nicht für alle Zeit.

Wenn Glück und Liebe auf mich niedertauen,

Dann komm zu mir, den Segen anzuschauen.


 © textlog.de 2004 • 16.12.2017 12:03:56 •
Seite zuletzt aktualisiert: 11.09.2005 
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