Vier Zeilen


Leb wohl, du süße kleine Fee!

Ach, eh ich dich nun wiederseh,

Wieviel Paar Handschuh sind verbraucht,

Und wieviel Eau de Cologne verraucht!

 

* * *

 

Und wenn ich von dir, du süße Gestalt,

In ewiger Ferne bliebe,

Du bliebest mir nah, wie im Busen das Herz,

Wie im Herzen die klopfende Liebe!

 

* * *

 

Jetzt steht du und spielst mit dem Herzchen am Hals,

Rücksinnend vergangene Tage;

Aufleuchtend über dein Antlitz geht

Eine heimlich lächelnde Frage.

 

* * *

 

Entsündige mich! Ich bin voll Schuld,

Doch du bist rein, wie Engel sind;

Zu deinen Füßen sink ich hin,

Du lieblich jungfräuliches Kind!

 

* * *

 

Wer die Liebste sein verloren

Und die Liebe nicht zugleich,

Sucht umsonst an allen Toren

Sein verschwundnes Himmelreich.

 

* * *

 

Wolken am hohen Himmel,

Im Herzen ein tiefer Gram!

Die Sonne ist gegangen,

Noch eh der Abend kam.

 

* * *

 

Und wie du meine Lieder

In diesem Buch sollst finden?

Folg nur dem roten Faden,

Der wird sie dir verkünden.

 

* * *

 

Und so laßt von dieser Stund

Denn das alte Lieben,

lst euch Herz und Hand und Mund

Übrig doch geblieben!

 

* * *

 

Die Judith konntest du so prächtig

Um ihre alte Keuschheit prellen,

Und wußtest mit der Genoveva

So platterdings nichts aufzustellen.


 © textlog.de 2004 • 15.12.2017 09:42:04 •
Seite zuletzt aktualisiert: 11.09.2005 
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