Operette


Mehr Logik will ich, als die Welt kann fassen;

drum leb ich lieber, wo sie fehlt: im Traum.

Am Tag jedoch wehrt ihr die Welt den Raum

und just den Traum will sie ihr überlassen.

 

Heillose Wissenschaft zerrt an dem Saum,

verpöbelnd das Geheimnis vor den Massen,

die dort, wo Zweck ist, kläglich ihn verpassen

und dort, wo Grund ist, ihn berühren kaum.

 

Doch jeder weiß, wenn nur zu ahnen wäre,

und jeder wähnt, wenn er zu denken hätte,

und Wahn berechnet, Plan ist im Gebet.

 

Das Chaos ohne die Kausalität!

Die Bühne wär' es, die ich lang entbehre

und die die Welt nicht träumt: die Operette.



Quelle: www.textlog.de

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Seite zuletzt aktualisiert: 26.09.2007 
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