Imago


Bevor wir beide waren,

da haben wir uns gekannt,

es war in jenem Land,

dann schwand ich mit dem Wind.

 

Dann flog ich mit der Zeit

und keinem ließ ich Ruh

und blickte stets dir zu

und immer war ich fort.

 

Und immer war ich da,

ich schenkte, was du schenkst,

du denkst, weil du mich denkst,

ich gab mich überall.

 

Du nimmst mich überall,

ich bin im Lebensqualme,

ich sprieße aus dem Halme,

die Welt hat meinen Blick.

 

In einen Hund verliebt,

in jede Form vergafft,

mit jeder Leidenschaft

ist mir dein Herz verbunden.

 

Vor jeder Melodie,

die dir ein Bettler spielt,

stehst du tief eingewühlt

und nennest meinen Namen.

 

Ich schwand und schwand dahin

im süßen Michverschwenden,

um nimmermehr zu enden

in deinem Dank dafür.

 

Und reiner taucht mein Bild

aus jeglicher Verschlingung,

wie du aus der Durchdringung

der Erde steigst empor.



Quelle: www.textlog.de

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Seite zuletzt aktualisiert: 21.09.2007 
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