Rückkehr in die Zeit


Mein Zeiger ist zurückgewendet,

nie ist Gewesnes mir vollendet

und anders steh' ich in der Zeit.

In welche Zukunft ich auch schweife

und was ich immer erst ergreife,

es wird mir zur Vergangenheit.

 

Und allem, was an Schmach und Schöne

als Bilder ich bewahr' und Töne,

dem bin ich ewig Untertan.

Ich sitze bei der Schicksalsspinne

und was sie immer mir beginne,

ich seh' es mir von außen an.

 

Bin meines Werdegangs Behälter

und schaue alle Jüngern älter

und fühle in den Tod mich jung.

Und ich entwirre das Gewebe

und was ich immer noch erlebe,

erleb' ich als Erinnerung.

 

Ich bin mein treuester Begleiter

und lebe das Gelebte weiter,

und Neues kann mir nicht geschehn.

Von einem Urbild war gesegnet,

was mir zum erstenmal begegnet,

und ist mir wie ein Wiedersehn.

 

Bei einem nie gehörten Klange

wird mir nach meiner Vorzeit bange,

wird Niegesehnes nahe sein.

Und wenn ich einmal auf der Bahre

in unbekannte Länder fahre,

dann tret' ich in das Leben ein.



Quelle: www.textlog.de

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Seite zuletzt aktualisiert: 20.09.2007 
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