Gewaltiger Zusammenhang


.... Zwischen Konfuzius und Lao-tse, Buddha und Kalidasa, Mose und David, Homer und Aeschylos laufen ununterbrochen die Funken hin und her und blitzen über zwei Jahrtausende christlicher Zeitrechnung hinüber mit völlig unverminderter Kraft, lichtspendend und wärmezeugend, bis in unser eigenstes Zeitalter hinein. Und wahrscheinlich gab es nie ein Zeitalter, das derartig die Summe zu ziehen vermochte wie dieses unser heutiges. Dadurch haben wir einen Herrschaftsbereich von nie gesehener, ja niemals geahnter Ausdehnung.

Was ist denn los?

Ein Buch wie dieses läßt es uns fühlen. Es imponiert ja zunächst durch seine immense Mannigfaltigkeit, durch die Fülle seiner Anregungen und Einzelbelehrungen, durch die Legion seiner scharf widereinander profilierten Charakterköpfe, durch die Fruchtbarkeit des Widerspruches, zu dem es uns von Seite zu Seite aufspornend reizt. Aber gerade darum sei hier vor allem das Einheitliche betont, das solch ein Werk für uns umfaßt; der gewaltige Zusammenhang, der von der ersten zur letzten Seite magisch-rieselnd sich erstreckt; und die hieraus quellende geistig-ethische Macht, die die Lektüre eines solchen Buches zu einem derart fruchtbaren Erlebnis zu gestalten vermag, wie sie sonst fast nur solchen Werken eignet, die selber dem Reiche der Dichtkunst angehören.

F. S-s.

Herr Busse hat eine Literaturgeschichte geschrieben und Herr Servaes hat sie besprochen. Und darum dieser Aufruhr in der Natur.

 

Vgl.: Die Fackel, Nr. 372/373, XV. Jahr

Wien, 1. April 1913.


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