Eine Rundfrage


In Berlin wurde rundgefragt, welche Arbeiten wir im kommenden Jahre von unseren Lieblingen zu erwarten haben. Die Lieblinge zögerten nicht, dem Publikum Einblick in den Zeugungsakt zu gewähren, und plauderten »aus der Werkstatt«. Einer bedankte sich noch für die Aufmerksamkeit und teilte mit:

... daß ich an einer großen modernen Komödie arbeite und an einem umfangreichen Roman, welcher in der Fischer-von-Erlach-Zeit zu Wien und Florenz spielt; ferner arbeite ich an drei modernen Einaktern und an einer großen modernen Pantomime.

Der Mann nennt sich natürlich Salten. Wenn's über ihn kommt, wird es schwer sein. Man denke, die vielen modernen Stoffe, und dann erst noch das à la Fischer von Erlach. Rothschild mit den vielen Hemden — zieht an zieht aus, zieht an zieht aus — hat's leichter gehabt. Es gehört schon eine gehörige Umsicht und Versiertheit in der Kunst dazu, die Zeugungsakte nicht zu verwechseln.

 

Vgl.: Die Fackel, Nr. 339/340, XIII. Jahr

Wien, 30. Dezember 1911.


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