Vagotonie

Vagotonie EPPLINGER & HESS 1910 gr. tonos Spannung, Steigerung des Tonus im autonomen Nervensystem, dem Vagus (vgl. Vegetatives Nervensystem), Übergewicht des Vagus über den Sympathicus: Neigung zu Pupillenenge, Akkommodationskrampf, Speichelfluß, Tränenfluß, Gesichtsröte, Schwitzen, Bradykardie, Asthma, Superazidität, Krampf der Kardia und des Pylorus, Colica mucosa, Krampf in den glatten Muskeln der Gallenblase und Gallengänge, manchmal mit Ikterus usw.; alle diese Zeichen durch Atropin gemildert, durch Pilokarpin gesteigert. Gegensatz: Sympathikotonie im ganzen oder in einzelnen Zweigen. Vagotonische Herzneurose nervöse Herzerscheinungen durch Vagotonie, vgl. ASCHNER. Appendikuläre Vagotonie Übelkeit, Schwindel, grundloses und zuweilen periodisches Erbrechen, spastische Verstopfung, Pylorospasmus mit Supersekretion, Asthmaanfälle und als Nebenzeichen Frösteln, Pollakisurie, Blässe der unteren Gesichtshälfte oder um den Mund, Speichelfluß, Bradykardie, trotz Fieber, Blutdruckverminderung, öfters ASCHNER. Oft Verkleinerung der Pulsamplituden bei Druck auf die Gegend des Plexus Solaris oder die Appendixgegend. Atropin bessert, Appendektomie beseitigt diese vagotonischen Zeichen. Vgl. WIDAL.


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Seite zuletzt aktualisiert: 24.05.2010 
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