Transplantation

Transplantation lat. Überpflanzung von lebenden Zellen oder Haut zum Verschluß einer Lücke nach Verletzung, Operation oder geschwüriger Zerstörung, wo die Verschiebung der Weichteile nicht ausreicht, auch von Sehnen, Knochen, ganzen Gelenken. Bei Autoplastik überträgt man Gewebe desselben Körpers, so z. B. bei der Haut, entweder nach dem alten Verfahren, auf die an gefrischte Wundstelle Hautlappen zu setzen, die mit ihrem Ursprung durch eine Hautbrücke verbunden bleiben, bis die Anheilung erfolgt ist (vgl. Rhinoplastik), oder man nimmt völlig abgelöste Hautstücke, nach REVERDIN kleine Stückchen, die inselförmig aufgesetzt werden, die also aus Epidermis und Stratum pap. bestehen, nach THIERSCH nur aus Oberhautplättchen zur völligen Bedeckung, wobei daran zu denken, daß z. B. die weiche Haut des Oberschenkels sich nicht für die Fußsohle eignet und daß eben nur Epidermis und keine notwendigen Drüsen, Unterhautzellgewebe Fett (als verschiebl. Unterlage) mit verpflanzt sind. Das Thiersche Verfahren wird heute am meisten geübt, doch werden gerade aus dem letzten Grunde nach WOLFE (in Deutschland von ESMARCH und KRAUSE eingeführt) ganze Kutislappen transplantiert gewöhnlich aus der Außenseite des Oberschenkels. Ferner lassen sich sehr gut autoplastisch gewonnene Gefäßstücke zur Einheilung bringen. Die Homoioplastik verpflanzt von einem Wesen auf ein anderes derselben Art, die Heteroplastik auf ein Wesen einer anderen Art, z. B. vom Kaninchen auf den Menschen; Homoioplastisch gewonnene Gefäßstücke können einheilen, wahrscheinlich je nach der Zugehörigkeit zu der gleichen Blutgruppe, werden aber gewöhnlich langsam, ohne schädliche Folgen wenigstens, bei kleinen Gefäßen, durch körpereigenes Gewebe substituiert. Heteroplastisch gewonnene sind sehr viel minderwertiger als auto- oder homoioplastisch und können nur als zeitweiliger Ersatz aufgefaßt werden. Bei Überpflanzung ganzer Organe (Schilddrüsen), haben nur autoplastisch gewonnene Aussicht auf dauernden Erfolg. Wertvoller ist — seit Einführung der Gefäßnaht — der autoplastische Ersatz von Arterien durch immer reichlicher vorhandene Venen, besonders noch mit Hilfe einer äußeren Aluminium-Prothese, ein Ring, durch den das zentr. Gefäßende geschoben und dann darüber gestülpt wird. Transplantationsmetastasen Ausbreitung einer Geschwulst durch Aussaat losgelöster Keime über Oberflächen, besonders seröse Häute wie Peritoneum, Pleura selten über Schleimhäute.


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Seite zuletzt aktualisiert: 19.05.2010 
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