Pupille

Pupille lat. Sehloch, die Öffnung der Regenbogenhaut des Auges. Pupillendifferenz Ungleichheit der Pupillen, angeboren oder erworben nicht selten bei Psychopathischen, im Beginn der Dementia praecox, bei einseitiger Lungentuberkulose und anderen Erkrankungen innerer Organe, so auch die HUTCHINSONsche Pupille. Erweiterung auf der Seite einer Kopfverletzung. Höhere Grade beruhen oft auf verschiedenen Lichtbrechungszustand beider Augen, auf Unterschieden in der Beleuchtung beider Augen, auf Sympathicuserkrankung bei Tabes (s. w. u.). Sie ist typisch für progressive Paralyse der Irren (neben Pupillenstarre und eckiger Form) s.u.: Entrundung. Ferner kann sie sich finden bei eitriger Meningitis. — 1. Pupillenverengung, Miosis, auf Einträufeln von Eserin, nach Morph. bei Iritis und als Pupillen Reaktion bei mäßigen Hirndruck (Tumor, Paralyse, Tetanus) und als Reaktion bei Beleuchtung der Netzhaut, auch des anderen Auges: sekundäre oder konsensuelle Reaktion; bei Konvergenz der Augen, Konvergenzreaktion; bei der Akkommodation für die Nähe. Akkommodationsreaktion. 2. Pupillenerweiterung Mydriasis, nach Atropin (lokal oder intern), Wurst-, Fleisch-, Fischvergiftung, s. Zootrophotoxismus, bei Glaukom, im epileptischen Koma, bei starkem Hirndruck (Meningitis Endstadium) und als Reaktion bei Verdunklung, bei sensiblen Reizen, bei psychischer Erregung, oft bei manisch depressivem Irresein, auch bei Dementia praecox; auf kräftigen Händedruck, neben geringer oder fehlender Lichtreaktion, besonders bei Kranken mit sympathikotonischen Erscheinungen; bei Lidschluß. 3. Lichtstarre der Pupillen oder reflektorische Pupillenstarre ERB 1879: Fehlen der Lichtreaktion bei starker Beleuchtung, während beim Sehen in die Nähe und bei Konvergenz die gewöhnliche Verengung entsteht. Sie findet sich dauernd am häufigsten bei Syphilis des Zentralnervensystems, zuweilen mehr als 10 Jahre vor tabischen oder paralytischen Erscheinungen, kann aber auch das einzige Zeichen einer syphilitischen Nerveninfektion sein; sie fehlt aber bei 15—20% der Fälle von Tabes, wenigstens zeitweise. Dauernd kann sie auch nach Encephalitis durch Grippe vorhanden sein, vorübergehend im hysterischen und im epileptischen Anfall, bei Pocken, Cholera, Peritonitis, zeitweise bei Alkoholismus; träge Licht reaktion bei Typhus. Bei Hysterie außerhalb des Anfalls kommt sie als Teil absoluter Pupillestarre vor, wobei sämtliche Pupillenreaktionen fehlen, mit Miosis oder Mydriasis. MEYERsches Pupillenzeichen Erweiterung und Lichtstarre bei Druck auf den Iliakalpunkt, Iliakalzeichen, bei Dementia praecox, Chorea, Myoklonie, Parkinsonismus, d. h. bei der striären Zeichengruppe; REDLICHsches Pupillenzeichen bei Hysterie: weite und lichtstarre Pupillen bei Anstrengung beim Schreien, im Anfall, bei erhaltener Konvergenzreaktion; WESTPHALs katatonische Pupillenstarre: ovale, verzogene oder spaltförmige Pupillen, vorübergehend ohne Licht- und Konvergenzreaktion, häufig mit schnellen und auffallenden Schwankungen besonders bei katatonischem Stupor; BUMKEsches Pupillenzeichen: bei Dementia praecox fehlt häufig die bei Gesunden mit der Lupe sichtbare Pupillenunruhe, beständiges Schwanken der Pupillenweite unter psychischen Vorgängen. 4. Entrundung der Pupille bei Syphilis, Tabes, Dementia paralytica, oft auch bei Dementia praecox und natürlich bei Adhäsionen an Linsenkapsel. 5. Hemiopische Pupillenreaktion s. d. Hemiopie.


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Seite zuletzt aktualisiert: 19.05.2010 
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