Abschied von Paris


Herz, ich schreibe dies

In der letzten Stunde in Paris,

Aus der letzten Flasche echt Champagner

In dem Nègre de Toulouse,

Nicht so froh, wie ich zuvor aus mancher

Unsentimentalen Stunde sandte manchen Gruß.

 

Daß ich hier nicht länger durfte bleiben,

Läßt glückstraurig jetzt mich selber quälen.

Morgen aber werd' ich frech erzählen

Und deutschabenteuerlich viel übertreiben,

 

Wie von einer sternenweiten Ferne,

Wie Paris mir ist — ach nein, dann war —.

Denke dir nur: Jede siebente Laterne

Hier ist ein naives Pissoir.

 

Unsympathisch, unergründlich

Comme chez nous ist die Bourgeoisie,

Doch die simplen Leute von Pari

Und die Künsder und die bunten Fremden,

Pascin, Eiffelturm und der und das und die —

Morgen, Liebste, schildre ich das mündlich.

Und die Strümpfe und koketten Hemden.

 

Zwar nach einundzwanzig Bummeltagen

Ist noch nichts Erschöpfendes zu sagen

Über dies

Land Paris.

Auch was ich dir morgen angter nus

Glühend loben werde, prüfe du's.

 

Bums! Ein Glas zerschlug im Nègre de Toulouse.


 © textlog.de 2004 • 13.12.2017 23:44:02 •
Seite zuletzt aktualisiert: 08.08.2005 
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