Der Poet


Bin ich fern ihr: schau ich nieder

Träumend in die Täler hier,

Ach, ersinn ich tausend Lieder,

Singt mein ganzes Herz von ihr.

Doch was hilft die Gunst der Musen,

Daß die Welt mich Dichter nennt?

Keiner frägt, wie mir im Busen

Sorge tief und Sehnsucht brennt.

 

Ja, darf ich bei Liebchen weilen:

Fühl ich froh der Stunden Schwall

Wohl melodischer enteilen

Als der schönste Silbenfall,

Will ich singen, Lippen neigen

Sich auf mich und leiden's nicht,

Und wie gerne mag ich schweigen,

Wird mein Leben zum Gedicht!


 © textlog.de 2004 • 24.09.2017 23:19:39 •
Seite zuletzt aktualisiert: 06.08.2005 
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