Zu der Zeichnung, John Keats
im Tode darstellend


Nun reicht ans Antlitz dem gestillten Rühmer

die Ferne aus den offnen Horizonten:

so fällt der Schmerz, den wir nicht fassen konnten,

zurück an seinen dunkeln Eigentümer.

 

Und dies verharrt, so wie es, leidbetrachtend,

sich bildete zum freiesten Gebilde,

noch einen Augenblick, — in neuer Milde

das Werden selbst und den Verfall verachtend.

 

Gesicht: o wessen? Nicht mehr dieser eben

noch einverstandenen Zusammenhänge.

O Äug, das nicht das schönste mehr erzwänge

der Dinge aus dem abgelehnten Leben.

O Schwelle der Gesänge,

o Jugendmund, für immer aufgegeben.

 

Und nur die Stirne baut sich etwas dauernd

hinüber aus verflüchtigten Bezügen,

als strafte sie die müden Locken Lügen,

die sich an ihr ergeben, zärtlich trauernd.


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Seite zuletzt aktualisiert: 05.08.2005 
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