Der Tod


Da steht der Tod, ein bläulicher Absud

in einer Tasse ohne Untersatz.

Ein wunderlicher Platz für eine Tasse:

steht auf dem Rücken einer Hand. Ganz gut

erkennt man noch an dem glasierten Schwung

den Bruch des Henkels. Staubig. Und: „Hoffnung"

an ihrem Bug in aufgebrauchter Schrift.

 

Das hat der Trinker, den der Trank betrifft,

bei einem fernen Frühstück abgelesen.

 

Was sind denn das für Wesen,

die man zuletzt wegschrecken muß mit Gift?

 

Blieben sie sonst? Sind sie denn hier vernarrt

in dieses Essen voller Hindernis?

Man muß ihnen die harte Gegenwart

ausnehmen, wie ein künstliches Gebiß.

Dann lallen sie. Gelall, Gelall . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

 

O Sternenfall,

von einer Brücke einmal eingesehn -:

dich nicht vergessen, Stehn!


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Seite zuletzt aktualisiert: 04.08.2005 
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