Der Fremde


Ohne Sorgfalt, was die Nächsten dächten,

die er müde nichtmehr fragen hieß,

ging er wieder fort; verlor, verließ -.

Denn er hing an solchen Reisenächten

 

anders als an jeder Liebesnacht.

Wunderbare hatte er durchwacht,

die mit starken Sternen überzogen

enge Fernen auseinanderbogen

und sich wandelten wie eine Schlacht;

 

andre, die mit in den Mond gestreuten

Dörfern, wie mit hingehaltnen Beuten,

sich ergaben, oder durch geschonte

Parke graue Edelsitze zeigten,

die er gerne in dem hingeneigten

Haupte einen Augenblick bewohnte,

tiefer wissend, daß man nirgends bleibt;

und schon sah er bei dem nächsten Biegen

wieder Wege, Brücken, Länder liegen

bis an Städte, die man übertreibt.

 

Und dies alles immer unbegehrend

hinzulassen, schien ihm mehr als seines

Lebens Lust, Besitz und Ruhm.

Doch auf fremden Plätzen war ihm eines

täglich ausgetretnen Brunnensteines

Mulde manchmal wie ein Eigentum.


 © textlog.de 2004 • 16.12.2017 21:52:57 •
Seite zuletzt aktualisiert: 03.08.2005 
Abuse Trap
  Home  Impressum  Copyright