Gegenbewegung zwischen Sinn der Sittlichkeit
und Sinn der Kausalität


10.

Gegenbewegung zwischen Sinn der Sittlichkeit und Sinn der Kausalität. — In dem Maße, in welchem der Sinn der Kausalität zunimmt, nimmt der Umfang des Reiches der Sittlichkeit ab: denn jedesmal, wenn man die notwendigen Wirkungen begriffen hat und gesondert von allen Zufällen, allem gelegentlichen Nachher (post hoc) zu denken versteht, hat man eine Unzahl phantastischer Kausalitäten, an welche als Grundlagen von Sitten bisher geglaubt wurde, zerstört — die wirkliche Welt ist viel kleiner, als die phantastische — und jedesmal ist ein Stück Angstlichkeit und Zwang aus der Welt verschwunden, jedesmal auch ein Stück Achtung vor der Autorität der Sitte: die Sittlichkeit im Großen hat eingebüßt. Wer sie dagegen vermehren will, muss zu verhüten wissen, dass die Erfolge kontrolierbar werden.



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