<Nähe des Todes>


1. Fassung

 

Lange lauscht der Mönch dem sterbenden Vogel am Waldsaum

O die Nähe des Todes, die beinerne Stätte am Hügel

Der Angstschweiß der auf die wächserne Stirne tritt.

Der weiße Schatten des Bruders, der den Hohlweg herabläuft.

 

Der Abend ist in die dunklen Dörfer der Kindheit gegangen

Der Weiher unter den Weiden

Füllt sich mit den roten Gulden trauriger Herbste.

 

O die dicken Ratten im Stroh!

Der Blinde, der abends wieder am Weg steht

Die Stille grauer Wolken ist auf den Acker gesunken.

 

Spinnen verhangen die weißen Höhlen der Schwermut

Da aus des Einsamen knöchernen Händen

Der Purpur seiner nächtlichen Tage hinsinkt -

Leise des Bruders mondene Augen.

 

O schon lösen in kühleren Kissen

Vergilbt von Weihrauch sich der Liebenden schmächtige Glieder.

 


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Seite zuletzt aktualisiert: 11.07.2005 
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