Valet


Sonst war ich Freund von Narren,

Ich rief sie ins Haus herein;

Brachte jeder seinen Sparren,

Wollten Zimmermeister sein.

 

Wollten mir das Dach abtragen,

Ein andres setzen hinauf;

Sie legten das Holz zu Schragen

Und nahmen's wieder auf.

 

Und rannten hin und wider,

Und stießen einander an;

Das fuhr mir in die Glieder,

Daß ich den Frost gewann.

 

Ich sagt': "Hinaus, ihr Narren!"

Sie ärgerten sich drob;

Nahm jeder seinen Sparren.

Der Abschied, der war grob.

 

Daher bin ich belehret,

Ich sitze nun an der Tür;

Wenn einer sich zu mir kehret:

"Geh'", ruf' ich, "für und für! 

Du bist ein Narr, so greulich!"

Da macht er ein flämisch Gesicht:

"Du Hausherr! Wie abscheulich!

Was gibst dir für ein Gewicht!

 

Wir faseln ja durch die Straßen,

Wir jubeln auf dem Markt;

Wird einer wegen Unmaßen

Gar selten angequarkt.

Du sollst uns gar nichts heißen!"

Nun endet meine Qual!

Denn gehn sie vor die Türe,

Es ist besser als in den Saal.


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Seite zuletzt aktualisiert: 26.06.2005 
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