Howards Ehrengedächtnis


Wenn Gottheit Camarupa, hoch und hehr,

Durch Lüfte schwankend wandelt leicht und schwer,

Des Schleiers Falten sammelt, sie zerstreut,

Am Wechsel der Gestalten sich erfreut,

Jetzt starr sich hält, dann schwindet wie ein Traum:

Da staunen wir und traun dem Auge kaum;

 

Nun regt sich kühn des eignen Bildens Kraft,

Die Unbestimmtes zu Bestimmtem schafft:

Da droht ein Leu, dort wogt ein Elefant,

Kameles Hals, zum Drachen umgewandt;

Ein Heer zieht an, doch triumphiert es nicht,

Da es die Macht am steilen Felsen bricht;

Der treuste Wolkenbote selbst zerstiebt,

Eh er die Fern erreicht, wohin man liebt.

 

Er aber, Howard, gibt mit reinem Sinn

Uns neuer Lehre herrlichsten Gewinn.

Was sich nicht halten, nicht erreichen läßt,

Er faßt es an, er hält zuerst es fest;

Bestimmt das Unbestimmte, schränkt es ein,

Benennt es treffend! Sei die Ehre dein!

Wie Streife steigt, sich ballt, zerflattert, fällt,

Erinnre dankbar deiner sich die Welt.


 © textlog.de 2004 • 14.12.2017 09:12:56 •
Seite zuletzt aktualisiert: 26.06.2005 
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