Eines ist mir verdrießlich...


XVIII

 

Eines ist mir verdrießlich vor allen Dingen, ein andres

    Bleibt mir abscheulich, empört jegliche Faser in mir;

Nur der bloße Gedanke. Ich will es euch, Freunde, gestehen:

    Gar verdrießlich ist mir einsam das Lager zu Nacht;

Aber ganz abscheulich ist's, auf dem Wege der Liebe

    Schlangen zu fürchten und Gift unter den Rosen der Lust,

Wenn im schönsten Moment der hin sich gebenden Freude

    Deinem sinkenden Haupt lispelnde Sorge sich naht.

Darum macht Faustine mein Glück; sie teilet das Lager

    Gerne mit mir und bewahrt Treue dem Treuen genau.

Reizendes Hindernis will die rasche Jugend; ich liebe,

    Mich des versicherten Guts lange bequem zu erfreu'n.

Welche Seligkeit ist's! wir wechseln sichere Küsse,

    Atem und Leben getrost saugen und flößen wir ein.

So erfreuen wir uns der langen Nächte, wir lauschen,

    Busen an Busen gedrängt, Stürmen und Regen und Guß.

Und so dämmert der Morgen heran; es bringen die Stunden

    Neue Blumen herbei, schmücken uns festlich den Tag.

Gönnet mir, o Quiriten! das Glück, und jedem gewähre

    Aller Güter der Welt erstes und letztes der Gott!


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Seite zuletzt aktualisiert: 25.06.2005 
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