Natur und Kunst


Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen,

Und haben sich, eh' man es denkt, gefunden;

Der Widerwille ist auch mir verschwunden,

Und beide scheinen gleich mich anzuziehen.

 

Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen!

Und wenn wir erst in abgemeßnen Stunden;

Mit Geist und Fleiß uns an die Kunst gebunden,

Mag frei Natur im Herzen wieder glühen.

 

So ist's mit aller Bildung auch beschaffen:

Vergebens werden ungebundne Geister

Nach der Vollendung reiner Höhe streben.

 

Wer Großes will, muß sich zusammenraffen:

In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister,

Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.


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Seite zuletzt aktualisiert: 23.06.2005 
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