Übermacht, ihr könnt es spüren...


Übermacht, ihr könnt es spüren,

Ist nicht aus der Welt zu bannen;

Mir gefällt' zu konversieren

Mit Gescheiten, mit Tyrannen.

 

Da die dummen Eingeengten

Immerfort am stärksten pochten

Und die Halben, die Beschränkten

Gar zu gern uns unterjochten:

 

Hab' ich mich für frei erkläret

Von den Narren, von den Weisen;

Diese bleiben ungestöret,

Jene möchten sich zerreißen,

 

Denken, in Gewalt und Liebe

Müßten wir zuletzt uns gatten.

Machen mir die Sonne trübe

Und erhitzen mir den Schatten.

 

Hafis auch und Ulrich Hutten

Müßten ganz bestimmt sich rüsten

Gegen braun und blaue Kutten;

Meine geh'n wie andre Christen.

 

»Aber nenn uns doch die Feinde!«

Niemand soll sie unterscheiden;

Denn ich hab' in der Gemeinde

Schon genug daran zu leiden.


 © textlog.de 2004 • 15.12.2017 09:18:40 •
Seite zuletzt aktualisiert: 22.06.2005 
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