Wohl geh' ich täglich ...


Wohl geh' ich täglich andere Pfade, bald

   Ins grüne Laub im Walde, zur Quelle bald,

      Zum Felsen, wo die Rosen blühen,

         Blicke vom Hügel ins Land, doch nirgend,

 

Du Holde, nirgend find ich im Lichte dich

   Und in die Lüfte schwinden die Worte mir,

      Die frommen, die bei dir ich ehmals

         ...

 

Ja, ferne bist du, seliges Angesicht!

   Und deines Lebens Wohllaut verhallt, von mir

      Nicht mehr belauscht, und ach! wo seid ihr

         Zaubergesänge, die einst das Herz mir

 

Besänftiget mit Ruhe der Himmlischen?

   Wie lang ists! o wie lange! der Jüngling ist

      Gealtert, selbst die Erde, die mir

         Damals gelächelt, ist anders worden.

 

Leb immer wohl! es scheidet und kehrt zu dir

   Die Seele jeden Tag, und es weint um dich

      Das Auge, daß es helle wieder

         Dort wo du säumest, hinüberblicke.


 © textlog.de 2004 • 17.10.2017 06:15:26 •
Seite zuletzt aktualisiert: 12.06.2005 
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