Geh unter, schöne Sonne...


Geh unter, schöne Sonne, sie achteten

   Nur wenig dein, sie kannten dich, Heilge, nicht,

      Denn mühelos und stille bist du

         Über den Mühsamen aufgegangen.

 

Mir gehst du freundlich unter und auf, o Licht!

   Und wohl erkennt mein Auge dich, Herrliches!

      Denn göttlich stille ehren lernt' ich,

         Da Diotima den Sinn mir heilte.

 

O du des Himmels Botin! wie lauscht ich dir!

   Dir, Diotima! Liebe! wie sah von dir

      Zum goldnen Tage dieses Auge

         Glänzend und dankend empor. Da rauschten

 

Lebendiger die Quellen, es atmeten

   Der dunkeln Erde Blüten mich liebend an,

      Und lächelnd über Silberwolken

         Neigte sich segnend herab der Aether.



Quelle: www.textlog.de

 © textlog.de 2004 •
Seite zuletzt aktualisiert: 12.06.2005