Abschied


Wenn ich sterbe mit Schmach, wenn an den Frechen nicht

   Meine Seele sich rächt, wenn ich hinunter bin,

      Von des Genius Feinden

         Überwunden, ins feige Grab,

 

Dann vergiß mich, o dann rette vom Untergang

   Meinen Namen auch du, gütiges Herz! nicht mehr,

      Dann erröte, die du mir

         Hold gewesen, doch eher nicht!

 

Aber weiß ich es nicht? Wehe! du liebender

   Schutzgeist! ferne von dir spielen zerreißend bald

      Auf den Saiten des Herzens

         Alle Geister des Todes mir.

 

O so bleiche dich denn, Locke der mutigen

   Jugend! heute noch, du, lieber als morgen mir,

 

      ... hier, wo am einsamen

   Scheidewege der Schmerz mich,

      Mich der Tötende niederwirft.



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Seite zuletzt aktualisiert: 12.06.2005