Der Tod fürs Vaterland


Du kömmst, o Schlacht! schon wogen die Jünglinge

   Hinab von ihren Hügeln, hinab ins Tal,

      Wo keck herauf die Würger dringen,

         Sicher der Kunst und des Arms, doch sichrer

 

Kömmt über sie die Seele der Jünglinge,

   Denn die Gerechten schlagen, wie Zauberer,

      Und ihre Vaterlandsgesänge

         Lähmen die Kniee den Ehrelosen.

 

O nimmt mich, nimmt mich mit in die Reihen auf,

   Damit ich einst nicht sterbe gemeinen Tods!

      Umsonst zu sterben, lieb' ich nicht, doch

         Lieb ich, zu fallen am Opferhügel

 

Fürs Vaterland, zu bluten des Herzens Blut

   Fürs Vaterland - und bald ist's geschehn! Zu euch,

      Ihr Teuern! komm ich, die mich leben

         Lehrten und sterben, zu euch hinunter

 

Wie oft im Lichte dürstet' ich euch zu sehn,

   Ihr Helden und ihr Dichter aus alter Zeit!

      Nun grüßt ihr freundlich den geringen

        Fremdling und brüderlich ists hier unten;

 

Und Siegesboten kommen herab: Die Schlacht

   Ist unser! Lebe droben, o Vaterland,

      Und zähle nicht die Toten! Dir ist,

         Liebes! nicht Einer zu viel gefallen.


 © textlog.de 2004 • 28.07.2016 02:57:21 •
Seite zuletzt aktualisiert: 12.06.2005 
Abuse Trap
  Home  Impressum  Copyright