Die Heimat


Froh kehrt der Schiffer heim an den stillen Strom,

   Von Inseln fernher, wenn er geerntet hat;

      So käm' auch ich zur Heimat, hätt ich

         Güter so viele, wie Leid, geerntet.

 

Ihr teuern Ufer, die mich erzogen einst,

   Stillt ihr der Liebe Leiden, versprecht ihr mir,

      Ihr Wälder meiner Jugend, wenn ich

         Komme, die Ruhe noch einmal wieder?

 

Am kühlen Bache, wo ich der Wellen Spiel,

   Am Strome, wo ich gleiten die Schiffe sah,

      Dort bin ich bald; euch traute Berge,

         Die mich behüteten einst, der Heimat

 

Verehrte sichre Grenzen, der Mutter Haus

   Und liebender Geschwister Umarmungen

      Begrüß' ich bald und ihr umschließt mich,

         Daß, wie in Banden, das Herz mir heile,

 

Ihr treugebliebnen! aber ich weiß, ich weiß,

   Der Liebe Leid, dies heilet so bald mir nicht,

      Dies singt kein Wiegensang, den tröstend

         Sterbliche singen, mir aus dem Busen.

 

Denn sie, die uns das himmlische Feuer leihn,

   Die Götter schenken heiliges Leid uns auch,

      Drum bleibe dies. Ein Sohn der Erde

         Schein' ich; zu lieben gemacht, zu leiden.


 © textlog.de 2004 • 13.12.2017 17:44:50 •
Seite zuletzt aktualisiert: 12.06.2005 
Abuse Trap
  Home  Impressum  Copyright