An Diotima


Fliegen die Zweige des Hains,

Wie die Locken im Tanz; und wie auf tönender Leier

Ein erfreulicher Geist,

Spielt mit Regen und Sonnenschein auf der Erde der Himmel;

Wie in liebendem Streit

Über dem Saitenspiel ein tausendfältig Gewimmel

Flüchtiger Töne sich regt,

Wandelt Schatten und Licht in süßmelodischem Wechsel

Über die Berge dahin.

Leise berührte der Himmel zuvor mit der silbernen Tropfe

Seinen Bruder, den Strom,

Nah ist er nun, nun schüttet er ganz die köstliche Fülle,

Die er am Herzen trug,

Über den Hain und den Strom, und ...

...

Und das Grünen des Hains, und des Himmels Bild in dem Strome

Dämmert und schwindet vor uns

Und des einsamen Berges Haupt mit den Hütten und Felsen,

Die er im Schoße verbirgt,

Und die Hügel, die um ihn her, wie Lämmer, gelagert

Und in blühend Gesträuch

Wie in zarte Wolle gehüllt, sich nähren von klaren

Kühlenden Quellen des Bergs,

Und das dampfende Tal mit seinen Saaten und Blumen,

Und der Garten vor uns,

Nah und Fernes entweicht, verliert sich in froher Verwirrung

Und die Sonne verlischt.

Aber vorübergerauscht sind nun die Fluten des Himmels

Und geläutert, verjüngt

Geht mit den seligen Kindern hervor die Erd aus dem Bade.

Froher lebendiger

Glänzt im Haine das Grün, und goldner funkeln die Blumen,

...

Weiß, wie die Herde, die in den Strom der Schäfer geworfen

...

 

 


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Seite zuletzt aktualisiert: 11.06.2005 
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