Die heilige Bahn


Ist also dies die heilige Bahn?

   Herrlicher Blick - o trüge mich nicht!

      Diese geh ich?? schwebend auf des Liedes

         Hoher fliegender Morgenwolke?

 

Und welch ist jene? künstlich gebaut

   Eben hinaus, mit Marmor beschränkt,

      Prächtig gerad, gleich den Sonnenstrahlen

         An der Pforte ein hoher Richtstuhl?

 

Ha! wie den Richtstuhl Purpur umfließt,

   Und der Smaragd, wie blendend er glänzt,

      Und auf dem Stuhl, mit dem großen Szepter

         Aristoteles hinwärts blickend

 

Mit hellem scharfem Aug auf des Lieds

   Feurigen Lauf - und jenes Gebirg

      Eilt sie hinweg - mutig in die Täler

      Stürzt sie, ungestüm, und ihr Boden

 

Ist wie des Nordens Flammengewölk,

   Wallend vom Tritt des rennenden Gangs -

      Waffengeräusch rauschen seine Tritte

         Über alternde Wolkenfelsen.

 

Ha! sie ist heiß, die heilige Bahn -

   Ach wie geübt der Große dort rennt,

      Um ihn herum - wie da Staunen wimmelt,

         Freunde - Vaterland - fernes Ausland.

 

Und ich um ihn mit Mückengesums

   Niedrig - im Staub - Nein, Großer, das nicht.

      Mutig hinan! - ! - Wanns nun da ist, voll ist...


 © textlog.de 2004 • 21.10.2017 17:56:00 •
Seite zuletzt aktualisiert: 11.06.2005 
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