Keppler


Unter den Sternen ergehet sich

   Mein Geist, die Gefilde des Uranus

      Überhin schwebt er und sinnt; einsam ist

         Und gewagt, ehernen Tritt heischet die Bahn.

 

Wandle mit Kraft, wie der Held, einher!

   Erhebe die Miene! doch nicht zu stolz,

      Denn es naht, siehe es naht, hoch herab

         Vom Gefild, wo der Triumph jubelt, der Mann,

 

Welcher den Denker in Albion,

   Den Späher des Himmels um Mitternacht,

      Ins Gefild tiefern Beschauns leitete,

         Und voran leuchtend sich wagt' ins Labyrinth,

 

Daß der erhabenen Themse Stolz,

   Im Geiste sich beugend vor seinem Grab,

      Ins Gefild würdigern Lohns nach ihm rief:

         »Du begannst, Suevias Sohn! wo es dem Blick

 

Aller Jahrtausende schwindelte;

   Und ha! ich vollende, was du begannst,

      Denn voran leuchtetest du, Herrlicher!

         Im Labyrinth, Strahlen beschwurst du in die Nacht.

 

Möge verzehren des Lebens Mark

   Die Flamm' in der Brust - ich ereile dich,

      Ich vollend's! denn sie ist groß, ernst und groß,

         Deine Bahn, höhnet des Golds, lohnet sich selbst.«

 

Wonne Walhallas! und ihn gebar

   Mein Vaterland? ihn, den die Themse pries?

      Der zuerst ins Labyrinth Strahlen schuf,

         Und den Pfad, hin an dem Pol, wies dem Gestirn.

 

Heklas Gedonner vergäß' ich so,

   Und, ging' ich auf Ottern, ich bebte nicht

      In dem Stolz, daß er aus dir, Suevia!

         Sich erhub, unser der Dank Albions ist.

 

Mutter der Redlichen! Suevia!

   Du stille! dir jauchzen Aeonen zu,

      Du erzogst Männer des Lichts ohne Zahl,

         Des Geschlechts Mund, das da kommt, huldiget dir.


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Seite zuletzt aktualisiert: 11.06.2005 
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