Makrokosmos, Mikrokosmos

Makrokosmos und Mikrokosmos (gr. v. makros = groß, mikros = klein u. kosmos = Welt) heißt die große und die kleine Welt, Natur und Mensch. Die Benennung und Entgegenstellung findet sich schon bei Aristoteles (384-322); doch handelt es sich bei ihm nicht um Mensch und Natur, sondern um belebtes Wesen (empsychon, zôon) und Weltall (Physic. Akroas. VIII, 2 p. 252 b 26 ei gar en mikrô kosmô ginetai, kai en megalô). Die zusammengesetzten Worte tauchen erst in der späteren griechischen Philosophie auf. Sie vererben sich dann durch das Mittelalter (vgl. z.B. Konrad v. Megenberg, Buch der Natur, herausgegeb. von Fr. Pfeiffer 1841, S. 4) auf die Neuzeit. Bei den Naturphilosophen des 16. Jahrhunderts, besonders bei Paracelsus (1493-1541), wurde die Welt als menschlicher Organismus im großen (Makranthropos) und der Mensch als eine Welt im kleinen (Mikrokosmos) gedacht, womit sich die Ansicht verband, daß eine Übereinstimmung beider bestehe.


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