Mariae Heimsuchung


Noch erging sie's leicht im Anbeginne,

doch im Steigen manchmal ward sie schon

ihres wunderbaren Leibes inne, -

und dann stand sie, atmend, auf den hohn

 

Judenbergen. Aber nicht das Land,

ihre Fülle war um sie gebreitet;

gehend fühlte sie: man überschreitet

nie die Größe, die sie jetzt empfand.

 

Und es drängte sie, die Hand zu legen

auf den andern Leib, der weiter war.

Und die Frauen schwankten sich entgegen

und berührten sich Gewand und Haar.

 

Jede, voll von ihrem Heiligtume,

schützte sich mit der Gevatterin.

Ach der Heiland in ihr war noch Blume,

doch den Täufer in dem Schooß der Muhme

riß die Freude schon zum Hüpfen hin.


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Seite zuletzt aktualisiert: 10.06.2005 
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