Das Lied des Blinden


Ich bin blind, ihr draußen, das ist ein Fluch,

ein Widerwillen, ein Widerspruch,

etwas täglich Schweres.

Ich leg meine Hand auf den Arm der Frau,

meine graue Hand auf ihr graues Grau,

und sie führt mich durch lauter Leeres.

 

Ihr rührt euch und rückt und bildet euch ein

anders zu klingen als Stein auf Stein,

aber ihr irrt euch: ich allein

lebe und leide und lärme.

In mir ist ein endloses Schrein

und ich weiß nicht, schreit mir mein

Herz oder meine Gedärme.

 

Erkennt ihr die Lieder? Ihr sanget sie nicht nicht

ganz in dieser Betonung.

Euch kommt jeden Morgen das neue Licht

warm in die offene Wohnung.

Und ihr habt ein Gefühl von Gesicht zu Gesicht

und das verleitet zur Schonung.


 © textlog.de 2004 • 13.12.2017 06:34:59 •
Seite zuletzt aktualisiert: 10.06.2005 
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